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"Mara Wagenführs 'secret life' bei Krammig&Pepper Contemporary"

Lukas, Leonhard; berlin|art|info, August 2006

Sieht man sich Wagenführs Bilder an, denkt man unweigerlich an Werbung oder Produktgestaltung, Stilisierung bestimmter Gegenstände mit den Mitteln des Kultes, des Kitsches und einer zweidimensionalen, feierlich- ornamentalen Figurendarstellung.

Die Szenerien der in Berlin lebenden, 30-jährigen Malerin sind allesamt biographisch, teils nehmen sie Erlebtes auf, teils beginnen sie beim Traum, dem Unerfüllten, Ängsten, Kindheitserinnerungen und vor allem wird auf den Tod angespielt oder besser: gesagt mit seinen Symbolen gespielt. Die Selbstdarstellung rankt sich wie ein Mythos durch die seltsam pastellenen Kompositionen: ihre Posen suggerieren so etwas wie einen morbiden Schick, die Sehnsucht Engel oder Erinnye zu sein, diesseits, erhaben.

Mexikanische Toten- und Heiligenkulte werden zitiert- opulent dargestellte Schädel in hübschen Reihen zieren die Figuren, teilweise wie posthume Teenage- Star- Poster wirkend. Diese morbide Thematik wird stets gefüllt mit kitschigen Elementen der Bildsujets, wie etwa das Autoportrait als Verstorbene mit Blüten und Singvögeln. Man kann sich des Eindrucks leider nicht erwehren, dass hier die tatsächliche Mystifizierung über die Reflexion des Mythischen obsiegt, was ein wenig schade ist, denn das Thema taugt durchaus zu mehr, vielleicht hat die Malerin sich etwas zu sehr vom "Erzählten" infizieren lassen, woraufhin die forschende Malerei ja immer zurücksteckt, sei's drum. Eine interessante Ausstellung allemal.

Krammig & Pepper steigt in die exhibitionistische Galerienlandschaft Mitte jedenfalls mit einem viel versprechenden Programm ein und bleibt aus der Liste der beachteten Newcomer – obwohl Jens Pepper ja ein alter Hase ist – ganz weit oben.

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