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Diktatur einer Glaubensrichtung

Zu "Synode hängt Nacktbilder ab", vom 24. März

Es ist nicht zu fassen - ich könnte weinen! Da hängt man wunderschöne Bilder einer Künstlerin ab, weil die Gefühle muslimischer Gäste nicht verletzt werden sollen.

Den Veranstaltern möchte ich sagen: Das war eine lausige Entscheidung!

Muss eine Künstlerin heutzutage denn tatsächlich damit rechnen, dass ihre Bilder entfernt werden, nur weil sie denkfaulen Gehirnen so mancher Glaubensanhänger (gleich welcher Couleur) nicht zuzumuten sind?

Leben wir eigentlich noch im aufgeklärten Mitteleuropa? Geben wir der Diktatur einer Glaubensrichtung bereits weit mehr nach, als wir uns das eingestehen wollen und es uns gut tut?

Glauben ersetzt Bildung nicht, das vergessen allzu viele "Gläubige" und leider auch allzu viele Veranstalter.

Denn offensichtlich sind diese "'Muslime nicht in der Lage, den nackten menschlichen Körper im Zusammenhang mit der Kunst der Mara Wagenführ zu sehen. Verbannen wir dem nächst auch Rubens, Bossi, Botticelli, Bruegel und andere Künstler, die der Menschheit Wunderbares hinterlassen haben, aus den Museen, nur um die Gefühle ungebildeter, bigotter "Gläubiger" nicht zu verletzen?

Mich erinnert dieser ganze Vorgang an die Situation in etlichen katholischen Gemeinden der 50er Jahre. Kunstverständnis Fehlanzeige!

Dafür unendlich viele bigotte schwülstige Vorstellungen, bezogen auf den menschlichen Körper.

Doris Kiehlneker, Stuttgart-Möhrmgen

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