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Synode

Umstrittene Bilder blieben hängen

Stuttgart (epd). Im Bilderstreit der württembergischen evangelischen Landessynode gab es am Ende einen Kompromiss. Die Arbeiten der Malerin Mara Wagenführ im Stuttgarter Hospitalhof, wo das Kirchenparlament tagte, sind nicht abgehängt worden. Stattdessen sind sie mit Stellwänden verdeckt worden. Der Kompromiss geht auf die Intervention von Stadtdekan Hans-Peter Ehrlich zurück.

Ursprünglich hatte das Präsidium der Synode mit den Verantwortlichen des Hospitalhofs vereinbart, die Bilder ohne Rücksprache mit der Künstlerin während der Plenartagung abzuhängen. Ehrlich habe aus Gründen der Kunstfreiheit darauf bestanden, dass die Bilder hängen bleiben, hieß es. Damit die muslimischen Gäste der Synode, die sich mit dem Islam befasste, sich nicht brüskiert fühlten, seien die Arbeiten mit entblößten Frauenkörpern mit Stellwänden verstellt worden, sagte der Sprecher der evangelischen Kirche in Stuttgart, Helmut Liebs, dem epd.

Den Vorwurf der Pornografie von weiblichen Mitgliedern der Synode hält der Leiter des kirchlichen Bildungszentrums Hospitalhof, Helmut A. Müller, für "absurd". "Es kann nicht sein, dass das Kunstverständnis, das wir in den letzten 20 Jahren hier erarbeitet haben, in Frage gestellt wird", sagte der evangelische Kunstexperte dem epd auf Anfrage. Er forderte, die Kunstfreiheit zu verteidigen, statt in vorauseilendem Gehorsam die Bilder abzuhängen. "Die Bilder, die als pornografisch bezeichnet werden, sind aus der Famlienmythologie entstanden und stellen die Künstlerin selbst als Nixe dar", erläuterte Müller. Die Arbeiten seien mit Tattoos aus der Seeemannswelt zu vergleichen, zum Beispiel wenn eine Schlange in die nackte Brust beißt.

Das besonders umstrittene Bild, das eine Gebärende mit einem Totenkopf zwischen den Beinen zeigt, hält der Theologe für eines der stärksten der Ausstellung, die bis zum 16. April im Hospitalhof zu sehen ist. Es zeige in einer neuen Bildsprache die prekäre Situation des Menschen, der auf den Tod zugeht. Die 29-jährige Künstlerin hat sich intensiv mit dem Toten- und Heiligenkult in Mexiko auseinandergesetzt.

Der Präsident der Landessynode, Horst Neugart, hatte erklärt, dass die Abdeckung der Bilder nichts mit dem Karikaturenstreit zu tun habe. Auch einige weibliche Synodale und ihn selbst hätten die Bilder gestört.

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